Freitag, 31. Oktober 2008
Vorgestern kam mir die Idee doch mal zu schauen, wie die Finanzdienstleister und Institute das Thema Finanzkrise in Ihrer Landing Page-Kommunikation aufgreifen. Das die Finanzkrise nach wie vor ein Thema – auch im Netz – ist, zeigt einen kurzer Blick auf Google Trends:

Die Grafik veranschaulicht zwar einen Rückgang in Bezug auf das Thema Finanzkrise, jedoch ist noch ein deutlicher Auschlag im Vergleich zu Jahresmitte vorhanden.
Bezug der Landing Pages zur Finanzkrise
Für meinen kleinen Kurzcheck habe ich in Google den Begriff “Tagesgeld” eingegeben und neun verschiedene Landing Pages von Finanzdienstleistern, die mit AdWords beworben wurden untersucht. Ergebnis: Alle neun haben Sicherheit in Ihrer Kommunikation auf der Landing Page mitdrin. Allerdings ist die Bandbreite wie das Thema aufgegriffen wird ernorm groß. In der nachfolgenden Tabelle habe ich einmal Anbieter, Kommunikation des Sicherheitsaspektes auf der Landing Page und Screenshot der Landing Page gegenüber gestellt:
| Anbieter |
Kommunikation |
Screenshot (zum Vergrößern bitte draufklicken) |
| .comdirect |
1) Unter “Weitere Informationen” Link mit “Einlagensicherung” |
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| 1822direkt |
1) “Sicherheit” als Wort in Headline
2) “sicher” als Eigenschaft im Introtext
3) kompletter Absatz mit Beschreibung der Einlagensicherung im Introtext
4) “100% Einlagensicherung” als eigener Punkt in der Vorteilsaufzählung |
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| Cortal Consors |
1) Menüpunkt “Anlegen mit Sicherheit”
2) “100% sicher” als Argument in der Vorteilsaufzählung |
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| Credit Europe Bank |
1) komplette Spalte der drei Hauptspalten der Seite beschreibt “Einlagensicherungssystem” |
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| Dresdner Bank |
1) Navigationspunkt “Sicherheit”
2) “Volle Sicherheit, garantiert kein Verlustrisiko” als Argument in der Vorteilsaufzählung |
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| norisbank |
1) Aufgriff Sicherheitsthema mit Frage am Ende der Seite und Weiterverlinkung unter dem Punkt “Wie sind meine Einlagen bei der norisbsnk gesichert?” |
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| SEB |
1) “Einlagensicherung” als Argument in der Vorteilsaufzählung2) Verlinkung des Argumentes “Einlagensicherung” zu weiteren Informationen |
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| Volkswagen Bank |
1) Unterüberschrift mit “…Bewährt & sicher” |
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| wüstenrot |
1) “Besser als Ihr Sparbuch – genauso sicher” als Argument in der Vorteilsaufzählung |
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Fazit: Große Unterschiede
Der Vergleich zeigt große Unterschiede: Angefangen von der einfachen Nutzung des Wortes “sicher” in der Überschrift (Volkswagen Bank) bis hin zur ausführlichen Beschreibung und Aufgriff des Themas an verschiedenen Stellen der Landing Page (1822direkt) wird bei den untersuchten Finanz-Seiten eine große Bandbreite sichtbar. Jeder Anbieter hat das Thema zwar mittlerweile in die Landing Pages mitaufgenommen, jedoch glaube ich, dass nur das Wort “sicher” in einer Headline nicht ausreicht um das Thema in Punkto Vertrauensaufbau entsprechend zu adressieren. Hinzu kommt, dass durch das mittlerweile etablierte Tab-browsing, jeder User einen direkten Landing Page Vergleich bei der Recherche ohne großen Mehraufwand durchführen kann. Gerade bei einem solchen Vergleich fällt dann ein zu geringer Aufgriff des Themas Sicherheit eher negativ auf.
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Einfach besser optimiert
Mittwoch, 29. Oktober 2008
Vielfach habe ich hier schon über Marketing Experiments und ihre Internetvorträge (Webinars) berichtet. Für mich gehören diese Veranstaltungen mit zu den besten Webinars, die es im Netz zum Thema Optimierung gibt. Am 30. Oktober gibt es nun wieder einen neuen Internetvortrag mit begleitender Telefonkonferenz. Diesmal geht es um das Thema Optimierung von Onlineshops bzw. 13 Tips für E-Commercler zur Verbesserung Ihres Angebots, gerade vor dem wichtigen Weichnachtsgeschäft. Hier die Eckdaten für dieses Webinar:
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Einfach besser optimiert
Dienstag, 21. Oktober 2008
Hier folgt nun der zweite Teil meines Berichtes zum Landing Page Workshop in Ponte Vedra Beach in Florida,USA. Heute geht es um die Seminarinhalte, die Zertifikatsprüfung und mein persönliches Fazit…
….Seminarinhalt (oder die Geheimformel zur Landing Page Optimierung)
Grundidee: Zentraler Inhalt des Seminars war eine "Optimierungsformel" mit der jede beliebige Landingpage nach einem vorgebenen Raster optimiert werden kann. Formel ist hierbei im Sinne eines Merksatzes zu verstehen.
Diese Formel basiert auf den jahrelangen Optimierungserfahrungen aus zahlreichen Projekten von Marketing Experiments und Marketing Sherpa und sieht wie folgt aus:
C = 4m + 3v + 2(i-f) -2a
Die Koeffizienten vor den einzelnen Variablen stellen die Bedeutung dar. Also ist beispielsweise eine 4 stellvertretend für 4fach-hohe Bedeutung und entsprechend 3 stellvertretend für 3fach-hohe Bedeutung. Das Plus steht für positive Beeinflussung und das Minus entsprechend für negative Beeinflussung.
Die Einzelnen Variablen stehen für Folgende Aspekte einer Landing Page:
C= Conversion
m= Motivation
Hiermit ist die Motivation gemeint mit der ein Nutzer auf die Seite kommt. Diese wird über den Traffic-Kanal bestimmt. So ist die Motivation bei einem Nutzer, der von einem AdWord kommt anders als von einem bestehend Kunden der nach Klick in einem Email-Newsletter eine Landing Page sieht. Idee ist hier, für jeden Kanal/Motivation eine eigene, entsprechende Landing Page zu erstellen.
v= Value-Proposition ~ Positionierung
Hierunter fällt die Positionierung im Vergleich zum Wettbewerb, auch bekannt unter USP oder Deutsch EVM (Einzigartiges Verkaufsmerkmal). Wichtigste Eigenschaft der Positionierung: klare Differenzierung (möglichst quantifizier/messbar) zum Wettbewerb
i= Incentive ~ Anreiz
Unter dem Anreiz versteht man den Anstoß für den Nutzer, warum er jetzt und heute auf der Landing Page aktiv werden sollte; also beispielsweise ein Rabatt, ein Incentive im klassischen Sinne etc.
f=Fricton ~ Reibungsverlust / Usabilitybremse
Hierunter fallen alle Gestaltungsaspekte die Gebrauchstauglichkeit einer Landing Page beinflussen z.B. Formulargestaltung, Seitenaufbau, Lesbarkeit etc.
a=anxiety ~ Handlungsangst
Hierunter fallen die Risikobedenken eines Nutzers eine Aktion mit Folgewirkung auszuführen z.B. Daten von sich Preiszugeben, Bestellung aufzugeben etc.
In den jeweiligen Lektionen wurde nun jeder einzelner Punkt der Merkformel – also angefangen von m wie Motivation bis hin zu a wie anxiety – ausführlich behandelt und anhand von Beispielen erklärt. Die Idee zur Optimierung mit Hilfe dieser Formel ist es, eine Landing Page nach den einzelnen beinhalteten Kriterien zu prüfen und entsprechend zu verbessern. So geht es bei der Motivation beispielweise darum erstmal zu untersuchen, aus welchem Kanal User auf die Seite kommen. Hieraus kann dann die Intention abgeleitet werden. Wird beispielsweise über eine AdWord-Anzeige Neukunden angesprochen und hierin mit Argumenten wie 1 Millionen Kunden, 14-Tage Rückgaberecht usw. argumentiert, sollten genau diese Argumente auf der Landing Page wieder auftauchen und somit eine speziell für diese Anzeige und Zielgruppe gemachte Landing Page aufgesetzt werden. Hiermit wird eine starke Wiederkennung zum Werbemittel herbeigeführt und die gewünschte Zielgruppe passgenau abgeholt. Die Idee entspricht hier dem L der LIZ Formel, welche ich zur Landing Page Optimierung entwickelt und hier auch schon mal vorgestellt habe. Kommen wir zurück zum Workshop. Nachdem die Formel und alle Ihre Bestandteile ausführlichst behandelt wurden folgte zum Schluss…
…die Zertifikatsprüfung
In einer Final-Lektion wurden alle wichtigen Punkte zusammengefasst und wiederholt. Anschließend erhielt jeder einen Multiple-Choice-Test mit 74 Fragen und 1,5 Stunden Zeit. Was mit einfachen Fragen startete, wurde zunehmend schwieriger und komplexer. Nichts zuletzt auch, weil für die gezeigten Begriffe Synonyme zur Überprüfung des Wissens herangezogen wurden. Dies brachte mich als nicht Nativespeaker zum Teil sprachlich gesehen, schon an meine Grenzen. Gott sei dank war es erlaubt alle seine Unterlagen zu benutzen und auch ein mitgebrachtes Notebook. Dank WLAN im Workshop-Raum und LEO konnte ich die sprachliche Hürde dann doch noch gut überwinden. Die Auswertung, ob man bestanden hatte oder nicht, kam am nächsten Tag per Email. Ich habe bestanden und darf seither auch das oben abgebildete Siegel mit "Certified: Landing Page Optimization" tragen und habe zusätzlich auf Marekting Experiments ein Profil. Das eigentliche schriftliche Zertifikat wird einem zugesandt. Allerdings gab es hier so einige Probleme, das Zertifikat nach Europa zu bekommen. Zahlreiche Emails waren leider notwendig, bis ich letztendlich das Papier-Zertifkat hier in den Händen hielt. Wie ist nun mein Gesamteindruck von diesem Workshop?….
….Mein Fazit
Der Workshop und die Zertfikatsprüfung haben sich in jedem Fall für mich gelohnt, auch wenn durch die weite Anreise, Zeitverschiebung und Sprachbarriere ein hoher Aufwand bestand. Die Formel ist wirklich gut und ich kann das Gelernte täglich in meiner Arbeit, wo ich ständig mit der Optimierung zu tun habe, super anwenden. Also von meiner Sicht aus ist der Workshop und die vermittelten Inhalte absolut praxisnah und alltagstauglich. Besonders interessant fand ich, dass von seitens des Veranstalters wirklich alles Wissen und wertvolle Erfahrung rausgegeben wurde. Auch die Beratung während den Anwendungs-Sessions war von hoher und gebender Qualität geprägt. Wer mal so einen Workshop mit begeisternder Ami-Atmosphäre erleben und dabei noch gute, praxisnahe Inhalte erlernen möchte, dem kann ich dieses Seminar wärmstens empfehlen. Wer den weiten Weg scheut und lieber hier in Deutschland so etwas lernen möchte, dem kann ich schonmal daraufhinweisen, dass ich für das nächste Jahr ein Landing Page Optimierungs-Seminar aufsetzen werde. Hierin fließen selbstverständlich das Wissen und Gelernte aus dem Workshop in Florida mit ein. Ebenfalls wird es auch ein Seminar zum Thema Testing geben. Derzeit arbeite ich – nach dem ersten Buch Geld 2.0 – an einem zweiten speziell zum Thema Testing und Optimierung, sobald dies abgeschlossen ist geht es an die Planung der Seminare.
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Einfach besser optimiert
Montag, 20. Oktober 2008
Vor kurzem habe ich Fotos von meiner Digitalcamera sortiert und bin auf dabei auf die Bilder vom Langing Page Workshop von Marketing Experiments in Florida, vom Juni diesen Jahres gestoßen. Dabei ist mir eingefallen, das ich hier ja einen Bericht über den Workshop angekündigt habe. Etwas später kommt dieser nun hier und insgesamt in zwei Teilen…
….Ankunft und Seminarorganisation
Nach einer anstrengenden Reise über Chicago nach Jacksonville und anschließender Taxifahrt kam ich in Ponte Vedra Beach, wo der Workshop die nächsten zwei Tage stattfand, an. Ich muss sagen für Urlaub ist das Klima hier sehr schön allerdings für einen Workshop nicht unbedingt das richtige. Aber dank Klimaanlage war die hohe Luftfeuchtigkeit in Kombination mit 35 Grad im Schatten einigermaßen aushaltbar. Nach Checkin am Teilnehmercounter gabs ein Package mit Unterlagen und Namensbadge. Interessant war, dass es eine feste Sitzordnung gab. Der Veranstalter hat sich hier richtig Mühe gegeben und die Teilnehmer so platziert, das aus seiner Sicht der optimale Austausch stattfinden konnte z.B. E-Commerce Teilnehmer zu E-Commerce Teilnehmer usw. Ich wurde als Nicht-Amerikaner ebenfalls neben einen Nicht-Amerikaner, speziell einen Teilnehmer von den Philippinen platziert. Wir beide waren die einzigsten Teilnehmer aus dem Ausland und haben uns sehr gut verstanden. Auf dem zugewiesen Platz lag ein Schreibblock, Overheadfolien mit Stiften und eine kleine Fernsteuerung. Overheadfolien, Fernsteuerung für was braucht man denn das? Die Frage wurde bald beantwortet….
….Seminarablauf
Pünktlich um 8.30 Uhr wurde uns – den ca. 100 Teilnehmern – nach ein paar einleitenden Worten der Ablauf erklärt:
- Der gesamte Stoff wird in 7 Lektionen präsentiert
- Jeder Lektion folgte ein kleines Quiz
- Zwischen den Lektionen gib es jeweils ein kleines Zeitfenster um das Gelernte auf die eigene Landing Page anzuwenden
- Am zweiten Tag folgt nach der letzten Lektion eine schriftliche Prüfung, 80% muss hierbei richtig beantwortet werden um das Zertifikat zu erhalten
Mit erklärt wurde auch die Ausrüstung mit Fernsteuerung und Overheadfolien, die jeder am Platz liegen hatte. Mit der Fernsteuerung konnte man für eine der vorgebenen Antworten zur jeweiligen Quizfrage seine Stimme abgeben. Die Overheadfolien dienten als Blaupause für die Anwendung der gelernten Optimierungspunkte auf die eigene Landing Page. Zur Vorbereitung sollte jeder ausgedruckt seine Landing Pages mitbringen, die Overheadfolien wurde nun in der Anwendungspause einfach über den Ausdruck drübergelegt und die Verbesserungen so direkt auf die Landingpage draufgezeichnet. Eine ziemlich gute Idee, die ich heute oft noch so für die Optimierung im ersten Schritt nutze…
…Seminarinhalt
Natürlich nutze ich nicht nur die Technik mit den Overhadfolien, sondern vor allem auch das präsentierte Wissen und die Methodik. Wie genau die Geheimformel zur Optimierung von Landing Pages aussieht die im Workshop vermittelt wurde, lesen Sie in Teil 2.