Donnerstag, 28. Januar 2010
Am 13.03.2010 findet der Hitmeister eCommerce Day statt. Die Veranstaltung ist als Austauschplattform und Fachforum für Shopbetreiber, E-Commerce-Dienstleister und Online-Händler gedacht. Neben dem Austausch und der Ausstellung von Dienstleistern sind auch 10 Fachvorträge rund um folgende Themenschwerpunkte geplant:
- Sicherheit & Vertrauen
- Abmahnproblematiken vermeiden und lösen
- Converison Optimierung
- Effektives Onlinemarketing und Online Direktmarketing
- Kundenservice
Für Shopbetreiber und Händler ist nach vorheriger Anmeldung die Teilnahme kostenfrei. Hier zusammengefasst nochmals die Eckdaten:
Veranstaltung: Hitmeister eCommerce Day
Datum: 13.03.2010
Zeit: Tagesveranstaltung 10 bis 18 Uhr
Ort: Köln, RheinEnergie Stadion, “Lounge-Ebene West”
Preis: Für Shopbetreiber/Händler kostenfrei (Registrierung erford.)
Ich habe auch geplant am e-Commerce Day teilzunehmen und werde dann hier im Testland-Blog darüber berichten.
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Dienstag, 12. Januar 2010
Die Literatur zum Thema Website-Testing ist mit insgesamt 3 Büchern nach wie vor dünn geseht, aber dies ist ja auch noch ein sehr junger und zudem sehr spezieller Bereich. Hier der Überlick:
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Landing Pages: Landing Pages, Optimierung, Testen, Conversions generieren Von Tim Ash
Preis: ca. 35 EUR Erscheinungsjahr: 2008 Sprache: Englisch Seiten: 389
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Eines der ersten Bücher zum Thema Landing Page Optimierung in Verbindung mit Testing. Aus meiner Sicht ein gutes Grundlagenbuch. Allerdings eher für das Thema Testing. Behandelt werden unter anderem:
- Landing Page Arten
- Zielgruppenbildung
- Entscheidungspsychologie
- Optiemierungsansätze
- Testingmethoden
- Optimierung und Mathematik
- Organisatorische Umsetzung
- Erläuterungen und Tipps zur Nutzung des Google Website Optimizers
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Always Be Testing: The Complete Guide to Google Website Optimizer Von Bryan Eisenberg, John Quarto-vonTivadar, Lisa T. Davis
Preis: ca. 24 EUR Erscheinungsjahr: 2008 Sprache: Englisch Seiten: 287
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Das Buch geht vor allem darauf ein, was getestet werden sollte. Es werden viele Testansätze beschrieben und und Beispiele aufgezeigt. Ebenfalls mitdabei ist eine Anleitung für das Testing mit dem Google Website Optimizer.
Aus dem Innhalt:
- Optimierungszyklus
- Erfolgsbeispiele für Leadgenerierung und Oninehandel
- Fallstudien
- Testansätze; Kategorisierung, Usability, Bezahlung…
- Weiterführenden Quellen
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Preis: ca. 70 EUR Erscheinungsjahr: 2009 Sprache: Deutsch Seiten: 411
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Der erste Titel aus Deutschland. Neben Livetesting geht “Website-Testing” zusätzlich auch auf Methoden wie Eyetracking oder klassisches Usability-Testing ein. Ein gutes Überblick-Werk von 12 Autoren. Zum Teil etwas uneinheitlich durch die Autorenvielfalt.
- Kunst des Experiments
- Optimierung als Prozess
- Mousetracking & Klickanalyse
- Eyetracking
- User Experience Tests
- Rapid Prototyping
- Fallstudien
- Anbieter, Syteme, Agenturen
Da es das erste deutsche Werk ist, wird hier im Testland-Blog noch eine ausführliche Beschreibung folgen.
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Dienstag, 15. Dezember 2009
In unregelmäßigen Abständen werde ich hier interessante Experimente aus der Verhaltenspsychologie vorstellen, denen ich im laufe der Jahre in verschiedenen Fachbüchern begegnet bin. Den Anfang macht ein Experiment über den Zusammenhang von unbewußten Bewegungen und Zustimmung und Ablehnungsverhalten, welches in den USA durchgeführt wurde.
Der Experimentenablauf:
Ein große Anzahl von Studenten wurde für ein Experiment angeworben, bei dem es, so wurde ihnen es gesagt, um eine Marktforschungsstudie einer Firma für High-Tech-Kopfhörer ging. Das eigentliche Ziel des Experimentes jedoch war es, folgende Frage zu beantworten:
Können unbewußte Bewegungen zu Zustimmung oder Ablehnung führen?
Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt. Testgruppe 1, Testgruppe 2 und eine Kontrollgruppe. Das Grundsetting für alle Teilnehmer sah so aus, dass jedem Probanden ein Kopfhörer ausgehändigt wurde. Danach teilte man allen mit, dass man prüfen wolle wie gut die Kopfhörer arbeiten, wenn der Hörer oder die Hörerin in Bewegung seien. Alle Studenten hörten Musikstücke von Linda Rondstadt und den Eagles, danach folgte ein Radiokommentar, bei dem die Meinung vertreten wurde, die Studiengebühren an ihrer Bildungseinrichtung sollten von 587 Dollar auf 750 Dollar erhöht werden. Die Teilnehmer der Testgruppe 1 wurde nun gebeten, während des Kommentars, den Kopf kräftig nickend auf und ab bewegen. Die Anweisung für die Tesgruppe 2 lautete, den Kopf während des Kommentars energisch zu schütteln. Die Teilnehmer in der Kontrollgruppe wurde gebeten den Kopf nicht zu bewegen. Am Ende des Tests erhielten alle Studenten einen Fragebogen, indem sie zur Qualität der Songs und die Wirkung der Bewegungen auf die Klangqualität befragt wurden. Am Ende des Fragebogens bauten die Experimentveranstalter die Fragen ein, um die es Ihnen wirklich ging: “Was ist Ihrer Meinung nach eine angemessene Summe für die jährlichen Studiengebühren?”
Das Ergebnis ist wirklich verblüffend:
Die Teilnehmer der Kontrollgruppe, die den Kopf nicht bewegt hatten, ließen sich von dem Kommentar nicht beeinflussen. Sie antworteten auf Studiengebührenfrage, dass die 587 Dollar, die Sie derzeit bezahlten, für angemessen hielten. Testgruppe 1 – die nickende Gruppe – fanden den Kommentar sehr überzeugend und sie waren im Durchschnitt dafür, die Studiengebühren auf 646 Dollar zu erhöhen. Die Probanden der Testgruppe 2 – die kopfschüttelnde Gruppe – wandten sich entschieden gegen die angesprochene Erhöhung. Sie forderten im Schnitt eine Ermäßigiung der Gebühren auf 467 Dollar.
Quelle: Malcom Gladwell, Tipping Point – Wie kleine Dinge Großes bewirken können
Wie könnten die Erkenntnisse nun in der gestaltungen von Werbung genutzt werden? Eine Sache die mir hierzu einfällt, ist die bestehende Werbung eines kleinen runden Käse, bei der die Käserondelle auf und abhüpfen. Durch eine Beobachtung solch einer Bewegung, enstehen automatisch nickende Bewegungen. Dies könnte dann beispielsweise zu einer verstärkten Annahme der Aussagen im Spot führen. Im Web könnte man sicher auch mit animierten Bannern arbeiten, die aufgrund ihrer Animation zu leichten nickenden Bewegungen aufgrund der Augeführung führt.
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Dienstag, 24. November 2009
Bisher gab es mit Marketing Experiments vor allem einen Anbieter der systematisch Test-Ergebnisse präsentiert. In letzter Zeit jedoch kommen weitere Angebote in diesem Segment im Web auf:
ABtests.com – Uploadportal für Testergebnisse
Dieses Portal hat sich zum Ziel gesetzt, so etwas wie das flickr der Testergebnisse zu werden. Jeder kann seine Testergebnisse bescchreiben, hochladen und andere können die eingestellten Testergebnisse dann mit Kommentaren beurteilen. Jeder eingestellte Test ist auch Kategorisiert z.B. nach homepage, pricing page, landing page, sign-up page oder product page. Auf der Startseite wird der jeweils zuletzt eingestellte Test mit der Steigerungsrate der Gewinner Variante präsentiert.
Which test won – Quiz mit Tests
Eine Journal mit Testquiz-Prinzip: Wöchentlich wechselnd werden zu einem Test Variante A und B präsentiert. Nach einer Abstimung für A oder B sieht man die Abstimmungsergebnisse, sowie eine Beschreibung der Testresultate. Kommt ein neues Quiz, wandert das bisherige ins Archiv und kann dann leider nur noch zum Teil eingesehen werden.
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Mittwoch, 11. November 2009
Seit gestern bekomme ich beim Aufruf von XING verschiedene Startseiten. Ich habe das heute nochmal von verschiedenen Browsern aus probiert und erhalte folgende zwei Versionen:

Die wesentlich Änderung ist im rechten Bereich. In der Version A erscheint der Login-Bereich rechts neben dem Hauptbild. In der Version B wird der Login oben platziert und rechts gibt es eine Aufzählungsliste mit 4 Vorteilen. Der Handlungsaufruf für die Neuanmeldung ist bei beiden Versionen mit “Jetzt kostenlos anmelden!” gleich. Was den Login für bestehende User angeht, wird bei Version B ein grauer statt grüner Button mit Beschriftung “Login” verwendet.
Bei diesen Unterschieden stellt sich natürlich die Frage, ob XING momentan einen Startseiten-Test durchführt. Konnte aber nach ersten Recherchen im XING Blog und im Web nichts finden. Wäre ja spannend falls getestet wird, wie genau der Test konzipiert ist und was die ersten Ergebnisse zu Tage fördern. Ich vermute mal, dass hier sehr schnell Resultate vorliegen dürften, aufgrund des vorhandenen Trafficaufkommens. Laut Alexa hat XING einen Traffic Rank von Platz 18 in Deutschland. Zum Vergleich Spiegel Online hat einen Rank von 9 (und laut IVW 113 Mio. Visits).
Weiß hier jemand mehr ob XING gerade die Startseite testet oder wo es dazu etwas im Netz gibt?

Donnerstag, 05. November 2009
Rund um das Thema Testing & Optimierung gibt es mittlerweile viel spannende Literatur. Im Testland-Blog Buchladen habe ich nun, die aus meiner Sicht empfehlenswertesten Titel, für die nachfolgenden Rupriken zusammengestellt:
Einfach mal durchstöbern lohnt sich.
Dienstag, 27. Oktober 2009
Nachdem ich hier bereits über Fachvorträge der Onlinehändler ReifenDirekt und s.Oliver, sowie über die Zukunftseinschätzungen Onlinehandel berichtet hatte folgt heute der zweite Teil meines Berichts vom 16. EC-Forum.
Onlinehändler koffer24.de – Zwischen Preisdruck und Professionalisierungszwang, Onlineshops in der Falle?
Joachim Stoll der seit 1998 – den aus einem traditionellen frankfurter Lederwaren- Einzelhändler entstanden Shop – koffer24.de betreibt, berichtete vor allem von Wettbewerbs- und Professionalisierungsdruck. Steigender Wettbewerb durch z.B. Herstellershops oder Markteintrittsvereinfachungen (vgl. Amazon Händler Programm bei dem es sogar möglich ist die Logistik an Amazon auszulagern)sorgen für einen steigenden Preisdruck. Daneben sieht Stoll auch einen Druck zur Professionalisierung; Waren Anfangs beispielsweise 1 AdWord Kampagne mit 20-30 Keywords zu managen, sind es heute 10 bis 20 Kampagnen mit tausenden von Keywords. Diese Steigerung zieht sich für alle Bereich wie Shopdesign, SEO, Bildproduktion usw. fort und bedingt letztendlich den Einsatz von Spezialisten für SEO, SEM, Usability usw. Daneben berichtet er von weiterem Druck anhand der gesetzlichen Bestimmungen; Datenschutz-, Umwelt- und Gewährleistungs-Anforderungen. Aus meiner Sicht ist der Markteintritt zwar leichter den je durch fertige Shop- und Logistiklösungen aber die neue Hürde liegt vor allem in der erfolgreichen Platzierung des eigenen Angebots. Joachim Stoll sieht für die Zukunft vor allem einen weiteren Wachstum des Social Media und entsprechenden Einfluss für den Onlinehandel (vgl. Bewertungen, Beurteilungen, Austausch Kunden untereinander), sowie weitergehende technische Entwicklungen in Touchscreens und mobile Commerce. Sehr beindruckend war der Film “Did You Know 4.0” den Stoll im Rahmen seines Vortrags in Bezug auf die Entwicklungen des Webs zeigte:
Vortrag Mobile Shopping – Wie der E-Commerce mobil wird
Immer wieder angekündigt und zahlenreich prognostiziert stehen die Chancen laut Achim Himmelreich nun wirklich sehr gut, dass Mobile-Commerce in der nächsten Zeit den Durchbruch schafft. Hauptgrund hierfür ist vor allem die Etablierung der Smartphones. Miit großem Bildschirm, schneller Datenverbindung, geeignetem Betriebssystem und Lokalisierungsmöglichkeiten erfüllen diese die notwendigen Vorraussetzung für das mobile Shopping. Weitere begünstigende Faktoren sind die für 2010 in Deutschland prognostierzeten 98 Millionen Handys und 24 Mrd. B2C-E-Commerce Umsatz. Die 4 Hauptanwendungsfelder sind laut Himmelreich:
- Handy-Andwendung, wie iPhone Applets
- Point-of-Sale-Integrationen z.B. Barcode oder QR-Code Scanning
- Mobiles Onlineshopping, wie Mobile Ticketing
- Location-Based-Services z.B. Restaurantfinder in der Umgebung
Achim Himmelreich zeigte 3 mögliche Entwicklungs-Szenarien für Mobile Shopping 2014 auf:
- Schleppende Entwicklung – Mobile Shopping bleibt in der Entwicklung stecken und erreicht mit 300 Mio. EUR Umsatz, 1% des dt. E-Commerce Umsatzes.
- Breite Akzeptanz – Das mobile Einkaufen erreicht eine solide Akzeptanz und schafft mit 920 Mio. EUR (3% des dt. E-Commerce) knapp die 1 Mrd. EUR-Umsatzschallmauer .
- Massentrend – Das mobile Shopping wird zum Zukunftsmarkt mit bis zu 2,1 Mrd. EUR Umsatz entsprechend 7% des dt. E-Commerce.
Letzendlich sind laut Himmelreich alle Anwendungsfelder heute entweder noch in der Einführung oder oder wie im Bsp. der App-Stores in der Wachstumsphase. Reife und Sättigung stehen noch aus und sind vor allem stark abhängig von der weiteren Verbreitung der Smartphones und der Entwicklung geeigneter Bezahl-Systeme. Interessant fand ich seinen Ansatz des Outernets: Das Mobile Shopping ist eine Beispiel für die Verbreitung des Internets über die Grenzen des Computers hinweg.
Vortrag Shop-Optimierung – Mit dem optimierten Web-Shop zum Erfolg
Prof. Dr. Tilo Hildebrand beleuchtete das Thema Shop-Optimierung von einer übergreifenden Perspektive. Bei der Optimierung eines Onlinehandels gibt es seiner Ansicht nach mit der Findability und der Usability zwei zentrale Optimierungsbereiche. Wobei die Findability an erster Steller der Verbesserungs-Priorität steht, denn die Optimierung der Auffindbarkeit und Positionierung im Netz ist essentiell, damit überhaupt Nutzer aus dem Netz zugeführt werden. Im Sinne des Grundsatzes: “Das Team ist mehr als die Summe seiner Einzelteile” sieht Hildebrand bei den Findability Massnahmen die größte Wirkungsstärke beim Zusammenspiel von SEM und SEO. Bei der Usability steht seiner Ansicht nach die Geschwindikeit als zu optimierendes Merkmal an erster Stelle. Ist ein Shop nicht performant genug, nutzen all die weiteren Verbesserungen wie, wichtigste Infos in Augenhöhe oder Kaufanregung, nichts.
Besonders interessant fand ich seinen Ansatz bei den Zahlungsarten; Käufer und Verkäufen habe hier grundsätzlich ersteinmal gegenläufige Interessen: Der Käufer möchte beim Erstkauf möglichst im Nachgang also z.B. über Rechnung zahlen. Demgegenüber steht das Interesse des Verkäufers bei Erstkunden im Vorfeld z.B. über Vorkasse abzurechnen. Das Bindeglied zwischen den Interessen ist die vorhandenen Informationen über den jeweiligen Vertragspartner. Über den Stammkunden gibt es beispielsweise Informationen aus der Vergangenheit und dementsprechend wird diesem gerne der Kauf über Rechnung eingeräumt. Das Thema Stammkunden ist laut Hildebrand auch gleichzeitig einer der wichtigsten Punkte in der Optimierungsausrichtung; Ziel sollte es sein, Stammkundschaft aufzubauen, denn hier ist der maximale Ertrag möglich, was er über eine selbst entwickelte Berechnungsformel vorrechnete.
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Montag, 12. Oktober 2009
Das 16.EC-Forum in Köln, was ich hier angekündigt hatte, war randvoll gepackt mit:
- Erfahrungsberichten und Einschätzungen von den drei Onlinehändlern reifen-direkt.de, koffer24.de und s.Oliver.de
- Diskussionsrunden zur Lage des E-Commerce
- Fachreferaten zu Shop-Optimierung und Mobile-Commerce
Nachfolgend der erste Teil meiner persönliche Kurzzusammenfassung, der aus meiner Sicht interessantesten Beiträge:
Onlinehändler Reifen-Direkt – Wie der Onlinehandel Vertriebsstrukturen ändert
Dr. Andreas Prüfer gründete 1999 ReifenDirekt mit einem Kompagnion, nachdem beide zuvor vom Hersteller Conti gekündigt (O-Ton "rausgeschmissen") wurden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wie z.B. dem Aufbau eines Servicepartner-Netzes für die Reifenmontage oder fehlender Werbemöglichkeiten im Netz (99 gab es noch keine AdWords!) ist Reifen Direkt heute unter den Top 5 Reifenhändler in Europa. Interessant fand ich den Ansatz, dass man den Absatzkanal Online auch in einer Mehrschienen-Systematik bearbeiten kann. So wird z.B. mit Giga-Reifen neben ReifenDirekt eine im Billigsegment positionierte Online-Handelssparte betrieben. Giga-Reifen ist 5% günstiger – dafür aber nur gegen Vorkasse. Diese Zweitschiene dient so z.B. der Positionierung in Preissuchmaschinen und Preisvergleichsdiensten.
Onlinehändler s.Oliver – Marken online – das Beispiel von s.Oliver
Axel Seeger – verantwortlich für den seit ca. 5 Jahren am Markt befindlichen Onlineshop von s.Oliver – zeigte die aus seiner Sicht 4 wichtigsten Erfolgsfaktoren für einen Online-Lifestyle-Shop auf:
1) Sortiment
2) Leistungsversprechen
3) Sicherheitsstandards
4) Prozess-Exzellenz
Interessant dabei fand ich, dass die Prozess-Exzellenz bei einem Mode- und lifestyle Shop extrem entscheidend ist: wer es schafft von der Fotoproduktion der Ware, Einlagerung beim Logistikpartner bis zur Einstellung des Artikels im Onlineshop die höchste Geschwindigkeit bei hoher Qualität hinzubekommen, hat einen klaren Wettbewerbsvorteil.
Macro- und Micro-Conversionrate
Ein weiterer interessanter Ansatz des Vortrags waren die Unterteilung in Macro- und Micro-Conversionrate. Unter Macro-Conversionrate wird bei s.Oliver das Verhältnis von Besucher zu abgeschlossenen Bestellungen verstanden. Die Schritte dazwischen also z.B. das Verhältnis Besucher zu Besucher, die mehr als eine Seite aufgerufen haben wird als Micro Conversionrate erhoben und eingeordnet.
Kundenkarte als Bindeglied für On- und Offline
Bei s.Oliver wird vor allem die Kundenkarte als Bindeglied zwischen den Vertriebskanälen on- und offline eingesetzt. Dies kann aus meiner Sicht auch als Best-Practice-Ansatz verstanden werden, denn in den Diskussionsrunden wurde das Thema-Kundenkarte als Bindeglied immer wieder angerissen.
Podiums-Diskussions – Der Handel der Zukunft
Zwischen den Vorträgen, gab es drei Diskussionsrunden. Besonders spannend fand ich die erste Diskussionsrunde zum Handel der Zukunft u.a. mit Oliver Emrich von der Universität St.Gallen oder Martin Schleinhege von Otto. Hier die wichtigsten Beiträge dieser Runde:
- Kommunikation wird der zentralen Wettbewerbsfaktor im Onlinehandel der Zukunft; Stichwort Social Commerce
- Sehr viele Unternehmen steigen derzeit in den E-Commerce ein, vor allem Mode & Möbel sind derzeit Bereiche mit wachsendem Angebot
- Vernetzung der User unteinander wächst Rapide und beeinflusst auch den E-Commerce z.B. wenn sich Kunden und potentielle Kunden vor einem Kauf austauschen
- ebay – einst gefeierter Star und Wegweiser im Social-Commerce mit Blogs und Foren – befindet sich laut eBay-Spezialist Axel Gronen von wortfilter.de auf einem schlechten Weg. Konzentration auf die Händler und Erschwerung für private Anbieter durch z.B. Pflicht des kostenfreien Versands veringert die Attraktivität der Plattform.
- Zunahme der Verknüfpung zwischen stationärem und Online-Handel.
- Durch die Tendenz in Richtung erklärungsbedürftiger Produkte, wird der Austausch und die Diskussion über Produkte im Netz weiter verstärkt
- Mobile Commerce wird steigen und spielt auch an der Schnittstelle zwischen on- und offline eine immer größere Rolle wie z.B. in dem immer mehr genutzten Fall, dass ein potentieller Kunde im Einzelhandel (offline) mit dem smartphone schnell mal die Preise im Netz vergleicht (online)
- Erlebnisverkauf mit Konzepten wie z.B. Liveshopping (typische Anbieter woot, dealirio, schutzgeld) wird im Netzt steigen
Im zweiten Teil werde ich – neben den Erfahrung des Betreibers von koffer24.de – von den spannenden Vorträgen zu Mobile-Commerce und Shop-Optimierung berichten.
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Mittwoch, 30. September 2009
Optimierung macht sich immer bezahlt. Aber gerade im E-Commerce schlägt sich das direkt in Cent und Euro nieder. Deshalb ist in diesem Bereich auch der Anreiz besonders groß, sich stetig über aktuelle Entwicklungen, Best-Practices und Trends zu informieren.
Eine gute Möglichkeite hierzu bietet das 16. EC-Forum mit folgenden Eckdaten:
Titel: “Online-Handel in Deutschland – Was war, was ist, was wird?”
Datum: 06. Oktober 2009
Ort: Köln
Zeit: Beginn 10 Uhr – Ganztagesveranstaltung (Ende ca. 18 Uhr)
Ausrichter ist das E-Commerce Center Handel (ECC) aus Köln. Im Rahmen seines 10 Jährigen Jubiläums hat das ECC für diese Veranstaltung unterschiedlichste, renommierte Experten für Vorträge und Diskussionsrunden gewinnen können. So sind beispielsweise seitens der E-Commerce Anbieter Vertreter von otto.de, koffer24.de oder auch reifenDirekt.de zugegen.
Aus der Optimierungs-Sicht sind die geplanten Vorträge “Vision – Strategie – Business. Erfolgsfaktoren im eBusiness” und “Mit dem optimierten Webshop zum Erfolg” besonders interessant. Aber auch die weiteren Programmpunkte bieten interessante Inhalte. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung des Programms:
- Keynote: Wie der Online-Handel Vertriebsstrukturen ändert
- Vortrag: Vision – Strategie – Business. Erfolgsfaktoren im eBusiness
- Diskussion: Alles online oder was? Der Handel der Zukunft
- Vortrag: Zwischen Preisdruck und Professionalisierungszwang – Online-Shops in der Falle?
- Vortrag: Digitalisierung der Endkommunikation – Konsequenzen und Lösungsansätze
- Diskussion: Die Prozesse im Griff – Anforderungen des Online-Handels an den Händler
- Vortrag: E-Payment: Erfolgsfaktor im E-Commerce
- Vortrag: Mobile-Shopping – Wie der E-Commerce mobil wird
- Vortrag: Mit dem optimierten Webshop zum Erfolg
- Diskussion: Online erfolgreich – Chance für den Mittelstand?
Ich habe die Teilnahme am 16. EC-Forum fest eingeplant und werde anschließend hier im Testland-Blog über die Vorträge und Diskussionen berichten.
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Sonntag, 27. September 2009
Gerade mal 3 Tage ist es hier, das schloss die dmexco-Messe – die Nachfolgeveranstaltung der OMD – in Köln ihre Pforten. An beiden Veranstaltungstagen habe ich mich vor allem im Anbieterbereich von Testing-Lösungen umgesehen, Social Media und Internetzukunftsvorträgen gelauscht und ziehe hier meine persönliche Bilanz zur dmexco 2009 bzw. hier folgt der Testland-Blog Messeschlussbericht:
Webanalyse Anbieter rüsten mit Testingtools und externen Auswertungen nach - Der Messebesuch zeigte ganz deutlich, dass verschiedene Webanalyse Anbieter mit Testing-Tools nachrüsten. Ein weiterer Trend – der sich in den Gesprächen und Demos zeigte – ist die Integration von externen Daten. So bietet beispielsweise Webtrekk die Anknüpfung von Wetterdaten an oder Webtrends hat mit “Sozial Measurement” ein eigenes Produkt zur Analyse der Blogosphäre und Co. am Start. Eine ausführliche Betrachtung, welche der Analyse-Anbieter neu mit Testingtools auf dem Markt eingetreten sind, habe ich im AddSugar Blog vorgenommen.
Social Media Monitoring, Social Media im Wahlkampf und das Internet 2020 – Neben dem Besuch der Testingtool-Anbieter habe ich auch zwei Vorträgen zum Social Media und einer Abhandlung zum Internet 2020 gelauscht. Gerne hätte ich auf die Vortragsslides verlinkt aber eine Anfrage beim Verantwortlichen für das Kongress- und Rahmenprogramm bzgl. Onlineabruf der Vortrags-Slides blieb bis heute leider ohne Reaktion. Deshalb hier einige Highlights aus den Vorträgen, die bei mir hängen geblieben sind:
Social Media Measuring
Alex Wunschel referierte im Speakers Corner darüber wie wichtig es ist, dass Social Web zu kennen und auch zu beobachten. Er zeigte einige sehr interessante Fälle, wo das Thema Socical Web durch Firmen vernachlässigt wurde und sich später zum PR-Gau entwickelt hat. Die Fälle sammelt er auch und stellt diese auf der Seite Brouhaha dar. So fand ich persönlich den Fall, des in den USA bekannte Country-Sängers Dave Carroll mit seiner kaputten Gittare und dem Schuldigen United Airlines sehr interessant; Auf einer Reise mit United Airlines sah Caroll von seinem Fenstersitz aus, wie beim Umladen sein Gittarren-Gepäckstück auf den Boden geworfen wurde. Ergebnis gebrochener Gitarrenhals und damit 1.200 $ Schaden. Er wandte sich daraufhin 9 Monate lang an verschiedene Stellen bei United und trotz vielfachem Bemühen seinerseits, war es nicht möglich Ersatz oder wenigstens eine Entschuldigung zum bekommen. Als Reaktion darauf machte Caroll dann daraus ein Lied nebst Video und stellte dies bei youtube ein. Das Vidoe schaffte bis heute fast 6 Millionen Abrufe und laut einer Meldung brach der Aktienkurs als Reaktion darauf rund 10% ein.
Social Media im Wahlkampf
Ein weiterer Vortrag beschäftigte sich mit dem Thema Social Media im Bundestagswahlkampf 2009. Bis dato dachte ich, dass Wahlkampf und Web in Deutschland im Vergleich zu Obama und Co. in den USA eher ein trauriges Hinterwäldler-Daseins darstellen. Aber weit gefehlt, wie das Steinmeier-Girl oder die Piratenpartei, die einen eigenen Blog und Wahlspot-Wettbewerb aufstellte zeigen.
Internet 2020
Joachim Graf von iBusiness stellte in einem Vortrag, die nach seiner Meinung nach kommenden Trends für das Internet im Jahr 2020 dar. Hier ein paar wesentliche Punkte des Vortrags, die ich sehr spannend fand:
- Fragmentierung der Kommunikation; nicht mehr one to many sondern one to one
- Bottom up statt top down und Dialog (Croudsorcing etc.)
- Ende der Seitenmetapher – Inhalte in Snippets, Widgets, Applets und vielen weiteren Formen jenseits der Webseite
- Scannen statt lesen, wachsender Konsum von Häppchen-Infos
- Bestehende Eliten verlieren an Einfluss – Amateure gewinnen an Bedeutung (z.B. Blogger, Twitterer)
- Technische Intelligenz wandert vom Zentralen ins Detail – früher Mainframe, dann PC, heute Handy&Co. und morgen Kleidung, Materialien, Claytronics (intelligenter Staub)
- Kommunikation steht im Vordergrund nicht Technik
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